Vorfahrt Direktbuchung – jetzt erst recht

Warum Hotels 2020 die direkte Buchung stärken können

Wie die Corona-Krise in die Geschichtsbücher eingehen wird, ist jetzt noch nicht endgültig abzusehen. Klar ist, für die Freizeit- und Reisebranche stellt sie einen herben Einschnitt dar. Hier nur ein paar der Schlagzeilen zum Stellenabbau bei Branchengrößen – die Spitze des Eisbergs:

Lufthansa … weltweiter Personalüberhang 22.000 Stellen

TUI … Abbau von rund 8000 Stellen weltweit

Airbnb baut jede vierte Stelle weltweit ab

Quellen: Aero.de, Reuters, Handelsblatt

Neben den vielen traurigen Dämpfern für das Reisebusiness gibt es auch positive Trends: Z.B. die Besinnung auf unbekanntere Nahziele, die vormals vom Urlaubsgast links liegengelassen wurden. Meine Prognose: die verstärkte Direktbuchung bei Unterkünften – anstatt über Mittler wie Buchungsportale – könnte ein weiterer Gewinn sein.

Die Gründe sind mehrschichtig.

Trend

Der Trend begann schon vor Corona. Wie im Artikel OTA-Mythen #2 – Allein der Preis zählt analysiert, haben Studien zuletzt ein leichtes Wachstum des direkten Kanals von Hotelbuchungen festgestellt. Ein Grund könnte sein, dass immer mehr Hotels und Vermieter ihre Preise für den indirekten Verkauf über Mittler anheben, wie in diesem Artikel beschrieben. Das merken inzwischen auch die Gäste und suchen auf Webseiten der Unterkunft nach dem besten Angebot.

Informationsbedürfnis

In den Unsicherheiten rund um eine Reisebuchung 2020 besteht ein höheres Informationsbedürfnis bei Gästen. Wo finden sich genaue Angaben zu Schutzmaßnahmen, Abstandsregeln und den Benutzungsbedingungen der Wellnessanlage? Genau, auf der Webseite des Hotels! Gäste werden verstärkt Informationen direkt bei den Unterkünften suchen. Das bestätigt auch das renommierte Tourismusforschungsinstitut Phocuswright in ihrer aktuellen Studie über den Deutschen Reisemarkt:

„Viele Reisende haben wahrscheinlich das Gefühl, dass die Buchung über Dritte (OTAs und Reiseveranstalter) nicht die Sicherheit bietet, die sie einmal hatten (z. B. Probleme mit Stornierungen und Rückerstattungen). Infolgedessen werden mehr Personen direkt buchen, insbesondere weil detailliertere Informationen zu COVID-19-Vorsichtsmaßnahmen auf Unterkunfts-Webseiten verfügbar sind (im Vergleich zu OTAs). Dieses zunehmende Vertrauen auf Anbieterwebseiten wird zur Online-Durchdringung beitragen, Online-Direktbuchungen von Anbietern werden schneller wachsen als OTAs.“

Quelle: Phocuswright, eigene Übersetzung

Buchungslage

Die Unterkünfte die in Urlaubsregionen geöffnet haben, freuen sich unter Umständen über eine höhere Nachfrage nach den freien Zimmern und Appartements. Einerseits fehlen manche Betten am Markt, weil nicht jeder aufsperrt, andererseits urlauben mehr Menschen im Nahbereich. Wenn die Nachfrage höher ist, besteht weniger Veranlassung, sich über Buchungsplattformen Auslastung zu erkaufen. Das letzte freie Zimmer einer Kategorie gehört eh immer nur in den Vertrieb über die eigene Webseite und nie auf ein Portal.

Ertragsdruck

Der Druck bei vielen Betrieben ist nach dem Corona-Lockdown groß, neben Buchungen auch Erträge zu machen. Da kommt es natürlich gerade Recht, wenn die ein oder andere Buchung die bisher über provisionspflichtige Buchungsportale kam, jetzt über die eigene Webseite hereinkommt. So bleibt mehr vom Erlös im Haus.

Jeder Übernachtungsbetrieb, der auf seiner eignen Webseite noch immer nicht online buchbar ist, sollte jetzt handeln. Eine moderne, responsive (also auch auf dem Smartphone optimal funktionierende) Buchungsmaschine ist Pflicht. Wer sie nicht über das eigene Hotelprogramm zur Verfügung hat, könnte bei der Buchungslösung seiner Ferienregion fündig werden. Möglichkeiten die Onlinebuchung auf die eigene Webseite zu integrieren habe ich im Artikel So finden Sie die passende Buchungslösung für Ihre Webseite vorgestellt.

Fazit: Stellen Sie die Weichen, 2020 gilt Vorfahrt für die Direktbuchung.

Der direkte Weg zur Buchung gewinnt

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