Hotel-Newsletter zu Neujahr – Vergleich

Alle Jahre wieder, Newsletter texten zu Silvester

Und täglich grüßt … ja wie, ist denn schon wieder Pandemie? Auch 2022 kommt es für Hotels wieder in besonderem Maße darauf an, seine Stammgäste in einem Umfeld von Unsicherheit zu erreichen und binden. Beliebtes Instrument: der Newsletter. Saisonalen Anlässen wie Silvester/Neujahr sind ein gern genutzter Zeitpunkt für den Versand.

Die Tage „zwischen den Jahren“ sind traditionell eine Gelegenheit, Bilanz zu ziehen, aufs abgelaufene Jahr zu schauen und den Ausblick nach vorne zu wagen. Diesem grundsätzlichen Duktus können sich auch die meisten Hotels in meiner Stichprobe nicht entziehen. Und so wird in den Newslettern ausgiebig das alte Jahr mit all seinen Herausforderungen verabschiedet und die bessere Zukunft beschworen. Neben den gewohnten Floskeln, Gedichten und Sinnsprüchen, sind dennoch ein paar erfrischender Ansätze dabei.

2022 versus 2021

Bereits vor einem Jahr habe ich auf eCoach.at die Weihnachtsnewsletter von Hotels, Destinationen und Bergbahnen analysiert (Newsletter texten 2021). Meine Prognose damals: Marketingkommunikation 2021 wird im Schatten der Corona-Krise zurückhaltender und weniger werblich – neue Demut in der neuen Normalität. Welchen Eindruck  hinterlassen die geprüften Newslettern ein Jahr später?

Schnee von gestern – was gilt eigentlich?

Natürlich war es zu diesem Jahreswechsel um kein bisschen leichter, mit der richtigen Botschaft zum richtigen Zeitpunkt bei der Zielgruppe zu landen. Die Geschwindigkeit, in der sich das Infektionsgeschehen und die Regelungen zu Ein-/Ausreise und Hotelaufenthalten änderten, hat zugenommen. Darüber den Überblick und eine positive Grundhaltung zu bewahren ist schwer für jeden Unternehmer, der seinen Betrieb am Laufen halten muss. Und dann wartet die Werbeagentur auf die Freigabe für den Neujahrs-Newsletter …

Vielleicht liegt es auch daran, dass sich unter den analysierten Newslettern kaum Unterschiede zum letzten Jahr ausmachen ließen. Die gern verwendeten Inhaltselemente sind dieselben geblieben:

  • Bezug zum herausfordernden Jahr der Corona-Pandemie
  • Bezug auf gemeinsame, traditionelle Werte
  • Dank an den (Stamm)gast
  • Ausblick bzw. Wunsch nach besseren Zeiten

Beispiele

(1) Stanglwirt in Going (Tirol, AT)

Gut getextet, keine Frage, aber doch irgendwie etwas bemüht und abgenutzt.

Newsletter Stanglwirt, 31.12.2021

 

(2) Replerhof in Prägraten (Osttirol, AT)

„In Erinnerungen zu schwelgen“ ist sicher ein kraftvolles Bildnis, bestens geeignet, um die Sehnsucht nach der guten alten (Urlaubs)zeit heraufzubeschwören. Aber muss dazu das eigentlich zeitgemäße Haus mit einem Retro-Fotofilter derart mit Patina überzogen werden? Auf der Webseite des Hauses überwiegt moderne Fotoauffassung. Auch Newsletter sollten konsistent in der Bildsprache zum Markenauftritt sein.

Newsletter Replerhof, 23.12.2021

 

(3) Hotel Gioiosa (Riva del Garda, IT)

Social Media einsetzten zu dem, wozu es mal erfunden wurde: in Kontakt bleiben

Newsletter Hotel Gioiosa, 22.12.201

(4) Hotel Die Post (Bad Kleinkirchheim, AT)

In der Kürze liegt die Würze. Besonderer Fokus: die Mitarbeiter als Stütze und Akteure

Newsletter Die Post, 31.12.2021

 

(5) Dolomitenhof (Sexten, IT)

Kontrapunkt zum Einstieg … und praktische Infos zum Urlaub als Sicherheitssignal

Newsletter Dolomitenhof, 17.12.2021

Wo bleibt die Sicherheit?

Mit Ausnahme des letzten Beispiels setzen diesjährigen Neujahrs-Newsletter weniger auf Fakten und Sicherheits-Kommunikation als auf Emotion. Verwunderlich? Nach bald zwei Jahren Pandemie-Lage ist immer noch keine (neue) Normalität eingezogen. Vielleicht herrscht beim Empfänger mittlerweile eine gewisse Fakten-Müdigkeit vor. Welche Masken- und Abstandsregeln, G-Stati und Quarantäne-Fristen bei Grenzübertritt, Check-in oder Rückreise greifen, sprengt den Rahmen jeder Marketingbotschaft.

Da wirkt ein gutgemeinter Neujahreswunsch vielleicht sogar stärker nach. Hoffen wir nicht alle auf ein besseres 2022?

(Bildnachweis: Titel Thomas Meier CC-BY-SA 2.0/eCoach.at)

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