Neue Preisvergleichsseite für Ferienwohnungen

HomeToGo als Metasuchmaschine für Ferienunterkünfte

Der letzte eCoach-Beitrag erklärte das Prinzip der Metasuchmaschinen und wie es als Marketingkanal für Hotels funktioniert. Dieser Beitrag stellt ein Preisvergleichs-Portal genauer vor, das sich dem Segment Ferienwohnungen verschrieben hat. Sollte das Beispiel Schule machen, stehen auch ‚kleinen‘ Vermietern in Zukunft neue Vertriebswege offen.

Ursprünglich hatten Reisevergleichsseiten vor allem Flüge im Angebot. Das hat mit einem Grundproblem von Metasuchen zu tun. In dem Moment, in dem der Benutzer der Seite seine Suche absetzt, muss die Metasuche verschiedenste Datenbanken unterschiedlichster Anbieter durchforsten, um sein Ergebnis anzuzeigen. Das kann unter Umständen lang dauern. Anbieter wie Fluggesellschaften haben leistungsfähige Schnittstellen und einheitliche Datenformate, das lässt sich leichter durchsuchen als der sehr fragmentierte Hotelmarkt.

Bislang haben darum große Metasucher wie Kayak oder Trivago einen Bogen um Privatpensionen, Ferienwohnungen und -häuser gemacht. Mangelnde Datenqualität und Verfügbarkeitsinformationen machten dieses Segment des Reisemarktes schwierig für die Technologie von Metasuchen. Ein Berliner Start-up ist jetzt angetreten, das zu ändern.

Trivago Suche für Zimmer - nicht FeWos
Wenn auch Ferienwohnungen gelistet sind, Trivago sucht nur nach „Zimmer“

Hometogo – Spezialist für Suche nach Ferienunterkünften

Gestartet wurde Hometogo 2013 in Berlin von einem Team, zu dem auch der Swoodoo-Gründer Wolfgang Heigl und der ehemalige Casamundo-Inhaber Nils Regge gehört. Für die Technologie ist ein ehemaliger Kayak-Mann verantwortlich, Audrys Kazukauskas.

Durchsucht werden bei Hometogo – nach eigenen Angaben – 2,7 Mio. Objekte von über 150 Anbietern wie e-Domizil, Novasol, Wimdu, booking.com, TUI, Casamundo, DanCenter, InterChalet und Interhome.

Hometogo Partner
Über 150 durchsuchte Plattformen auf Hometogo

Soweit noch nicht revolutionär. Trivago durchsucht nach eigenen Angaben derzeit sogar 273 Seiten. Neu ist aber, dass HomeToGo eine Schnittstelle zum Feratel-System entwickelt hat. So kommt es an kleinstrukturierte, eigenständige Hotels und Ferienwohnungen in Urlaubsdestinationen, die oft nicht auf anderen Buchungsportalen (OTSs) zu finden sind.

Benutzerfreundlich für Urlauber

Gerade Ferienwohnungen sind weniger standardisiert wie Hotelzimmer und ein Gast braucht mehr Informationen über die Unterkunft, um zu  buchen: bekommen wir das Reisebett da aufgestellt, können drei Kinder in einem Raum schlafen, Pool vorhanden? Hometogo setzt konsequenterweise auf eine ausführliche Darstellung der Objekte mit Bildern und Kriterien. Damit ist ein Filtern nach verschieden Ausstattungskriterien wie Spülmaschine oder Kamin möglich. Mittels Schieber können Ergebnisse nach Entfernung zum See oder zum Skigebiet sortiert werden.

Filter und Kriterien in der Hometogo-Suche
Filter und Kriterien in der Hometogo-Suche

Karten – wo liegt meine FeWo?

Karten spielen eine zentrale Rolle bei der Hometogo-Suche. In manchen Ansichten ist über die Hälfte des sichtbaren Bereichs mit einer Landkarte gefüllt.

Karten 50% der sichtbaren Fläche
Suchergebnisse in einer Kartenansicht auf Hometogo

Nach meinen Erfahrungen gibt es unter Buchern wahre Karten-Fans, die diese räumliche Stütze bei der Suche nach einem Urlaubsdomizil schätzen werden. Gefahr ist dabei, dass eher auf emotionale Bildwelten reagierende Nutzer (oft weiblich) auf die dominante Kartenoptik weniger ansprechen und grafischere Portale wie Airbnb vorziehen.

Das Preisvergleichsprinzip

Wie bei anderen Metasuchen werden bei einem Objekt mehrere Anbieter und Preise angezeigt. Der Besucher klickt auf den Anbieter seiner Wahl und bucht so nicht direkt bei Hometogo. Das anbietende Portal behält die Hoheit über die Nutzerdaten und den Buchungsprozess.

Das Metasearch-Prinzip: für die Buchung Weiterleitung zu einem Anbieter
Das Metasearch-Prinzip: für die Buchung Weiterleitung zu einem Anbieter

Ein direktes Listen von Appartement-Vermietern ist heute bei Hometogo nicht möglich. Vielleicht ist man aber über eines der vielen durchsuchten Portale längst zu finden – einfach mal nach sich selber suchen. Ansonsten wird von Hometogo die Registrierung bei z.B. e-Domizil empfohlen, um aufzuscheinen. Vorsicht, e-Domizil verlang derzeit 19,5% Buchungsprovision, günstiger geht’s mit Casamundo , 12% netto plus 75 € Jahresfixum.

Den bislang weniger umkämpften Markt der Ferienhotellerie wollen auch andere neue Portale erobern – mit unterschiedlichen Konzepten. Die verschiedenen Herangehensweisen der zwei größten Hotelportale im deutschsprachigen Raum HRS und booking.com analysiere ich im nächsten Beitrag auf eCoach.at.

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