Onlinebuchen einfach umsetzen

So finden Sie die passende Buchungslösung für Ihre Webseite

Die Möglichkeit zur Onlinebuchung auf Hotelwebseiten ist ein wichtiges Instrument im Marketing jedes Beherbergungsbetriebs, wie in mein letzter Beitrag beschrieben.

Aber wie kann eine Buchungsfunktion auch für kleinere Hotels und Vermieter einfach umgesetzt werden? Bevor ich drei mögliche Wege vorstelle, möchte zunächst von einem Weg abraten: prüfen Sie genau, bevor Sie eine technische Lösung einbauen, die ihre Internet-Agentur eigens entwickelt hat!

Vorsicht vor Insellösungen

Das Problem ist nicht, dass Ihre Agentur keine guten Funktionen programmieren könnte. Der Knackpunkt ist, dass eine Eigenentwicklung oft eine Insellösung bleibt. Falls Sie später einmal ein Hotelprogramm anschließen möchten oder einen Channel Manager, um verschiedene Buchungskanäle und Portale aus einem Kalender heraus zu bedienen, fehlen die Schnittstellen. Was ist mit der Weiterentwicklung der Buchungslösung wenn sie irgendwann die Agentur wechseln?

Natürlich bieten Agenturen auch standardisierte Buchungslösungen an, dann bleiben Ihnen obige Probleme erspart, fragen Sie also genau nach, was ihnen jemand verkaufen möchte!

Bestehendes nutzen

Letztlich geht es bei einer Buchungsmöglichkeit auf Ihrer Webseite nicht nur um optimalen Service für den Gast sondern auch um die Minimierung Ihres eigenen Aufwandes. Wenn Sie bereits freie Kontingente in einem Buchungssystem Ihrer Tourismusdestination warten, warum sollen Sie dann zusätzlich einen Kalender für die eigene Seite warten? Die Gefahr von Doppelbuchungen steigt mit jeder zusätzlichen Wartungsmöglichkeit!

Sowohl Tiscover als auch Feratel bieten die Möglichkeit, mit den Informationen des eh schon gewarteten Kalenders (Tiscover Extranet oder Feratel Web Client) eine Buchungsfunktion auf jeder Homepage einzubauen. Der Einbau einer Suchen-/Buchenbox auf Ihrer eigenen Seite sollte von jeder Agentur mit maximal einer Stunde Aufwand möglich sein. Für die Benutzung der Funktion haben beide Firmen unterschiedliche Abrechnungsmodelle. Tiscover verlangt keine Fixkosten, dafür 3% Buchungsprovision (statt 15% auf tiscover.com), Feratel will € 140,- netto pro Jahr. So günstig ist sonst keine Buchungssoftware zu bekommen! Die Feratel Buchungsstrecke ist übrigens auch responsive, d.h. für Geräte wie Tablets oder Smartphones passend (vgl. dieser Beitrag).

Suchen-/Buchenbox von feratel eingebaut
Suchen-/Buchenbox von feratel nahtlos eingebaut – muss „Anfrage“ nicht ausschließen.

Neuerdings bietet auch booking.com die Möglichkeit, mit einem „Button“ auf der eigenen Seite online buchbar zu sein. Diese Möglichkeit sehe ich kritisch, Sie verlieren die Freiheit, nur bestimmte Zimmertypen zu bestimmten Saisonen auf booking anzubieten, denn der Besucher Ihrer eigenen Seite soll ja immer ihr ganzes Angebot sehen. Booking versucht auf diesem Weg an mehr Kontingente zu gelangen: Was auf Ihrer Seite freigemeldet ist, ist natürlich gleichzeitig auch auf booking.com zu 12 und mehr Prozent Provision buchbar.

Die eigene Hotelsoftware nutzen

Jedes Hotel, das heute schon eine Hotelprogramm (engl. PMS) wie Aida, Casablanca, Elite, Gastrodat, Protel, etc. im Einsatz hat sollte unbedingt bei dem Hersteller des Programms nachfragen, welches Angebot gibt es, um eine Suchen-/Buchenmöglichkeit (engl. Booking Engine) auf die eigene Homepage einzubauen? Der Vorteil: auch hier sind dann natürlich die Kontingente des Hotelprogramms mit den Preisen und den Freimeldungen auf der eigenen Seite synchronisiert. Für so eine Erweiterung fallen oft Fixkosten von mehreren hundert Euro im Jahr an.

Drittanbieter prüfen

Neben der Erweiterung der bestehenden Hotelsoftware sollte man unbedingt weitere Anbieter in Betracht ziehen. Sogenannte Channel Manager sind Programme, die darauf spezialisiert sind, Daten aus Hotelprogrammen auszulesen und gezielt auf verschiedenen Vertriebskanälen auszuspielen. Sie können damit also genau steuern, welche Zimmer, wann zu welchen Raten auf HRS, booking.com, der eigenen Destinationswebseite und natürlich der eigenen Hotelwebseite verfügbar sind.

Neben etablierten Anbietern mit ehr hohen Fixkosten wie Seekda, Cultuzz oder Channelrush gibt es auch Angebote bei denen der Preis von der Anzahl der Betten abhängt und die rein im Internet verfügbar sind. Die Channel-Manager-Funktion von Easybooking kostet beispielsweise nur € 22 pro Bett pro Jahr. Übrigens: Für € 28 pro Bett pro Jahr gibt es mit Easybooking schon eine vollwertige Hotelsoftware, inklusive Channel Manager. Ein ähnliches Angebot ist Book-at-once (Online-Service von Protel, ca. € 45 pro Monat).

Easy Booking eingebaut
Suchen-/Buchen mit Easybooking in eine Hotelseite integriert

Die passende Lösung finden

Online Buchen auf der eigenen Webseite ist wichtig – soviel ist klar. Die richtige Lösung dafür sollte auf Grund einer ehrlichen Analyse des laufenden Geschäfts erfolgen:

  • Wieviele Buchungen bekomme ich heute schon über Portale, wieviele über die eigene Webseite?
  • Wieviel zahle ich heute an Buchungsprovisionen in welchem Kanal/auf welcher Plattform?
  • Wieviel zahle ich heute schon für ein Hotelprogramm?
  • Wieviel Zeit verbringe ich heute mit der Beantwortung von Buchungsanfragen

In diesem Artikel finden Sie acht Fragen, die Ihnen bei der Bedarfserhebung für neue Hotelsoftware helfen.

Prüfen Sie also nicht nur, was kostet eine die Anschaffung einer neuen Software sondern auch, was können Sie dafür einsparen, was gewinnen Sie an Freiheit und neuen Möglichkeiten, um den eigenen Vertrieb noch besser in die eigene Hand zu nehmen?

Zur generellen Diskussion BUCHUNGSPORTALE versus DIREKTBUCHUNG lesen Sie meinen Beitrag.

6 Gedanken zu „Onlinebuchen einfach umsetzen“

  1. Hallo Jochen,

    Toller Beitrag, ein Par Anmerkungen habe ich jedoch:

    Bestehendes nutzen
    Was für Booking geltet, geltet auch für Tiscover/Feratel. Mit diese Lösungen auf der eigene Webseite ist die verfügbarkeit auch dort buchbar, oder umgekehrt: wenn ich mit Weihnachten die Verfügbarkeit eigentlich NUR auf der eigenen Webseite ausspielen möchte, ist sie auf die Plattformen automatisch auch buchbar… Das ist nicht gut.

    Ebenso mit die Kategorien… dies betrifft nicht nur booking, sondern auch Feratel und Tiscover.

    Die eigene Hotelsoftware nutzen
    MAl im Detail: Casablanca hat kein eigener Buchungsstrecke, ELite, Aida und Gastrodat haben Lösungen, aber werden entweder mit externen Domainen außerhalb der Webseite geladen oder sind Technisch an so einen schlechten Stand dass man nicht ernsthaft erwarten kann, das hier jemals eien Buchung generiert werden kann. Und dann spreche ich noch nicht mal von Responsive.

    Channelmanager
    Auch hier ist dann die Verfügbarkeit nicht nur auf der eigene Seite, sondern überall, also das gleiche Problem wie bei Booking, Feratel udn Tiscover.

    Die passende Lösung finden
    Finde ich der beste Ansatz hier. Aber eins fehlt mich hier generel und das ist der Hinweis das die Welt nicht nur aus Online Buchungen besteht. Es ist richtig das der Gast dies erwartet, aber man darf nicht vergessen das auch die Anfragenbeantwortung nicht auf der Strecke liegen bleiben sollte, was es in dieser Beitrag eindeutig tut. Letztendlich kommen immer noch die allerwenigsten Buchungen über das online Buchungssystem in einer Hotelwebseite. Zumindest in der Urlaubshotellerie sind Anfragen meistens die größte Quelle für Buchungen und weil hier zugleich auch die Meiste Arbeit investiert werden muss und auch noch die größte Fehlerquelle liegt… sollte es die erste Überlegung sein die man macht bei der Suche nach optimierung: Wie mache ich aus meien Anfragen mehr Buchungen?

    1. Hallo Hendrik,

      Danke für den ausführlichen Kommentar!

      Zu „Bestehendes nutzen„: ja, natürlich ermöglichen auch Buchungsfunktionen über Feratel oder Tiscover kein getrenntes Warten von Kontingenten für eigenen Webseite und Portale. Die Praxis zeigt aber: die Vertriebskraft von Tiscover und insbesondere Feratel/TVB ist um ein vielfaches geringer als durch booking.com, so dass kein Betrieb fürchten muss, bei 5 eingestellten Betten, alle 5 über teurere Portale ausgebucht zu bekommen.
      Zu „Anfragen
      Ja, Anfragen und deren effiziente und professionelle Beantwortung sind ein Schlüssel für mehr Erfolg in der Ferienhotellerie – neben der Pflicht auch online buchbar zu sein. Zur Unterstützung gibt es gute Software – wie Euer Easybooking. Über die Grundlagen eines guten Anfrage-Prozess werde ich unbedingt mal einen Artikel auf eCoach.at schreiben müssen … auch hier hat sich die Erwartungshaltung des Gastes stark weiter entwickelt.
      Nachtrag 09/2016: jetzt gibt es eine ganze Beitrags-Serie über Anfragen in der Ferienhotellerie http://ecoach.at/tag/angebot/

  2. Hallo Jochen,

    der Blog-Beitrag ist zwar schon etwas älter und ich bin über Google darauf gestoßen, aber vielleicht würde es Sinn machen eine Neuauflage von diesem Artikel zu machen.

    Während sich die die Lage bei den etwas antiquierten Hotelprogrammen nur wenig verändert so sind mittlerweile doch ein paar Anbieter für Cloud Hotelsoftware auf den Markt gekommen die auch gute Online-Buchungsmasken anbieten, diese sind responsive und bei der Buchung werden gleich wenig Pflichtfelder abgefragt wie booking.com um die Hürde für den Gast so niedrig wie möglich zu halten.

    PS: Auch wenn wir noch recht neu am Markt sind, so würde ich mich natürlich freuen wenn unsere Software im neuen Artikel auch Erwähnung finden würde. Einen Links zur Buchungsseite unseres Testhotels kann ich bei Bedarf gerne zur Verfügung stellen.

  3. Eine Darstellung aller vorhandene Softwarelösungen in einer Liste mit Funktionsübersicht, Vor/Nachteile und Kosten wurde auch ich begrüßen. Die Liste enthaltet aber leider in meine eigene Recherche bereits 24 Lösungen im deutschem Raum. Ich habe Sie jetzt um 1 erweitert;). EIne Demozugang/Kostenübersicht wurde ich gerne bekommen, dann kann ich meine Felder vervollständigen.

    1. Hallo Peter und Hendrik und alle anderen Leser

      dem Anspruch eines vollständigen Marktüberblicks von Buchungstools und Hotelsoftware kann ich hier nicht gerecht werden. Ich will nur den Leser selber etwas schlauer machen und für die Wichtigkeit der eigenen Bedarfsanalyse sensibilisieren.

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