Channel Manager – Aufwand und Nutzen

Lohnt sich ein Channel Manager für Ihr Hotel?

Der letzte eCoach-Artikel half bei der Bedarfsanalyse: Wie ist mein Betrieb aufgestellt, was könnte die Abläufe beim Zimmerverkauf verbessern? Diesmal diskutieren wir den Aufwand und Nutzen von Channelmanager-Technologie. Im Abgleich mit der eigenen Bedarfsanalyse werden Sie erkennen, ob sich ein Channel Manager für Sie lohnen könnte.

Nutzen – Was bringt ein Channel Manager

Der primäre Nutzen eines Channel Managers sollte inzwischen klar sein: weniger Wartungsaufwand bei mehreren Portalen und mehr Sicherheit gegen Doppelbuchungen. Dazu kommen aber noch weitere Gesichtspunkte:

  • Mehr Reichweite
    Dank eines Channel Managers kann ich es mir leichter erlauben weitere Portale hinzuzunehmen. Netzwerke wie das Global Distribution System GDS sind überhaupt nur mit Technik zu erreichen. Der Anbieter MappingMaster hat auf seiner Webseite einen Kalkulator, mit dem man seinen (hypothetischen) Mehrumsatz durch den Einsatz von Channelmanager-Technologie errechnen kann. Grundlage ist die Annahme, dass pro neuem Portal der Umsatz um 2 % gesteigert werden kann – einfach weil man die Reichweite des eigenen Angebots erhöht.
  • Optimierung Deckungsbeitrag
    Durch das unterschiedliche Aussteuern von freien Zimmern auf unterschiedliche Kanäle kann ich meine Vertriebskosten optimieren. In Zeiten voller Auslastung setzte ich eher auf günstigere Kanäle mit wenig Provision (eigene Webseite, Regionswebseite), in der Nebensaison kommen auch „teurere“ Buchungsportale dazu.

Welchen Aufwand verursacht ein Channel Manager?

  • Kosten
    Ein Programm kostet, je nach Produkt entweder eine monatliche/jährliche Fixgebühr (gestaffelt nach Bettenanzahl o.ä.) teils ergänzt um eine erfolgsabhängige Komponente, also ein Provisionssatz auf die Buchung. Mit mehreren Hundert Euro pro Jahr muss man rechnen. Teilweise entstehen für Extra-Support weitere Kosten.
  • Einführungsaufwand
    Der wird oft unterschätzt. Nicht nur müssen alle Zimmer im Programm angelegt werden, es muss auch die Verknüpfung mit denselben Zimmern auf allen angeschlossenen Portalen eingerichtet werden. Das sogenannte Mapping muss gewissenhaft gemacht werden. Kleiner Hinweis: Sollten Ihre Zimmer und Wohnungen auf verschiedenen Portalen unterschiedliche Namen haben, passen Sie am besten die Bezeichnungen vorher an. Rechnen Sie mit mehreren Monaten bis alles eingerichtet ist. Hier zeigt sich auch großer Unterschied beim Service der einzelnen Anbieter, manche liefern nur die Software und überlassen die Einrichtung dem Kunden. Andere helfen bei der Einrichtung – Vorsicht: prüfen Sie genau welche Kosten dafür inkludiert sind und was extra berechnet wird.

Eine genau Kosten/Nutzen-Berechnung sieht für jedes Hotel natürlich anders aus. Vereinfacht könnten Sie auch mal anders herum rechnen: um wieviel Prozent müssen Sie den Umsatz steigern, um beispielsweise 300 € im Jahr für Software wieder verdient zu haben. Und „verdient“ heißt Ertrag, also nach Abzug aller Kosten. Leider sinkt die Deckungsbeitragsrate (also der Anteil, den Sie an einem Euro Umsatz verdienen), je mehr man über (neue) Portale verkauft – die Provision knabbert weiter am Ertrag.

Im nächsten und vorerst letzten Teil über Channel Manager folgt ein kleiner Marktüberblick.

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