Airbnb als Buchungsplattform nutzen

Airbnb als Buchungsplattform (I)

16 Fakten über Airbnb als Buchungsplattform

Die amerikanische Plattform Airbnb hat seit ihrer Gründung 2008 einen unvergleichlichen Aufschwung genommen. Millionen buchende Mitglieder, bald eine Million Unterkünfte und eine Unternehmensbewertung von 13 Mrd. Dollar sind beeindruckende Zahlen.

Im Gegensatz zu den eher nüchternen Plattformen wie booking.com oder hrs.de setzt Airbnb auf die persönliche Note (der Community-Gedanke): Hier finden sich – ähnlich wie in alten eBay-Zeiten – Anbieter und Nachfrager gleichberechtigt auf einer neutralen Plattform und handeln Übernachtungsmöglichkeiten. Ein ausgefeiltes Bewertungssystem sichert beide Seiten ab. Für Gastgeber in den traditionellen Ferienregionen ist Airbnb ein bisher viel zu vernachlässigter Vertriebsweg.

Aber der Reihe nach, in diesem Beitrag nenne ich 16 Fakten über Airbnb, die Sie vorab wissen sollten. Ist Interesse geweckt? Im nächsten Beitrag auf eCoach.at folgt eine kurze Anleitung, wie Sie auf Airbnb mit dem Vermieten beginnen.

airbnb neues logo belo
Das neue und viel diskutierte Logo von Airbnb

 16 Fakten zu Airbnb

  1. Airbnb ist eine Plattform, über die auch gebucht werden kann. Es ist sowohl Buchen auf Anfrage als auch ein gepflegter Kalender mit der Möglichkeit zur Direktbuchung möglich.
  2. Airbnb ist erfolgreich – vor allem in den Städten. Gleichzeitig ist in vielen klassischen Ferienregionen das Angebot noch sehr dürftig. Beispielsweise sind derzeit von ca. 23.000 Beherbergungsbetrieben in Tirol sind bislang nur knapp 1.000 auf Airbnb. Dieses ‚Fenster der Möglichkeiten‘ wird sich über die nächsten Jahre schließen, seien Sie jetzt mit dabei!
  3. Historisch kommt Airbnb aus der Privatvermietung, also Gastgeber vermieten weltweit Zimmer in bestehenden Wohnungen. Daher übrigens auch der etwas ungewöhnliche Name, gebildet aus dem Englischen Airbed (Luftmatratze) und (’n) Breakfast (Frühstück). Inzwischen ist die Plattform der Privatecke entwachsen und es werden längst nicht mehr nur Luftmatratzen sondern auch viele hochpreisige Ferienchalets angeboten.
  4. Manchmal steht Airbnb negativ in den Medien (vgl. Artikel zur Situation in Berlin und Österreich). Wichtig: dabei geht es immer um die rechtliche Grauzone, wenn Privatpersonen unvermittelt ins Vermietergeschäft einsteigen. Der Vorwurf: es wird dadurch zu leicht das Melde- und Steuergesetz umgangen. Für Sie als Vermieter-Profi ist diese Diskussion unerheblich, wer heute schon „klassisch“ vermietet, weiß um Ortstaxe, Mieteinnahmen etc. gut Bescheid. Lassen Sie sich darum bitte nicht von den manchmal negativen Berichten verunsichern. Airbnb kann für Sie ein rechtlich sicherer Vertriebskanal sein.
  5. Für den Vermieter entstehen keine Fixkosten, nur eine Buchungsprovision, genannt „Servicegebühr“. Sie beträgt immer 3 % (vor MWSt.), auch wenn über den Anfrageprozess eine Buchung entsteht.
  6. Absolute Besonderheit: auch der Gast zahlt zwischen 6 und 12 % Vermittlungsprovision an Airbnb, je nach Buchungsbetrag (je höher der Buchungsumsatz desto geringer die Provision)
  7. Flüssige Kommunikation mit den potenziellen Gästen ist sehr wichtig: Sie haben beispielsweise 24 Stunden Zeit, um offiziell auf eine Buchungsanfrage zu antworten, bevor sie verfällt. Die Info über Anfragen kommt per E-Mail, SMS oder in der App am Smartphone
  8. Genauso wichtig sind Bewertungen. Jede Bewertung basiert auf einem tatsächlich durchgeführten Aufenthalt eines Gastes in der Unterkunft eines Gastgebers. Danach bewerten Gast und Gastgeber sich gegenseitig!
  9. Jeder Vermieter auf der Plattform muss ein Profil mit Profilbild haben. Die offizielle Begründung: „Airbnb ist ein gemeinschaftlicher Marktplatz, der auf Vertrauen und Sicherheit basiert. … Gäste und Gastgeber ziehen es vor, Buchungen mit anderen Mitgliedern der Gemeinschaft durchzuführen, die echte Profilbilder, vollständig ausgefüllte Profile und mehrere Verifizierungen haben.“ Generell ist Airbnb also nix für Leute mit hohen Datenschutzbedenken.
  10. Die Möglichkeiten zur Preiseinstellung sind ehr unflexibel. Schon bei der Anlege legt man einen Grundpreis pro Nacht fest. Dieser ist nicht auf eine Personenanzahl veränderbar. Man muss sich also vorher eine Standardbelegung für jede Unterkunft auf Airbnb entscheiden und diesen Preis ausweisen. Unter Deine Inserate > Inserat und Kalender verwalten lassen sich später benutzerdefinierte Preise festlegen. Hier kann auch ein personenabhängiger Zuschlag pro Nacht festgelegt werden. Auch Saisonspreise für verschiedene Zeiträume sind also möglich. Ehr untypisch für den Ferientourismus gibt es noch den Bereich Langzeit-Preise, also einen Wochen- oder Monatspreis für langfristige Vermietung.
  11. Endreinigung: Gastgeber können unter Zusätzliche Kosten in den Preiseinstellungen eine Reinigungsgebühr hinzufügen.
  12. Ortstaxe: entweder in den Nachtpreis mit einrechnen, oder sie in einem Gastgeberangebot hinzufügen und/oder die Gäste im Text darauf hinweisen, dass sie vor Ort fällig wird. In jedem Fall ist es wichtig, dass Gäste vor der Buchung über den exakten Betrag dieser Steuer informiert sind.
  13. Man kann Mindest- und die Höchstanzahl an Nächten einstellen, die die Buchung eines Gastes umfassen darf. Man kann diese Einschränkungen nicht für bestimmte Termine oder Jahreszeiten festlegen. (Deine Inserate > Inserat und Kalender verwalten > Konditionen). Zum generellen Thema Mindestaufenthalt lesen Sie diesen Artikel auf eCoach.at.
  14. Airbnb-Gastgeber können zwischen drei standardisierten Stornierungsbedingungen (flexibel, moderat und streng) für ihre Gäste wählen. „Streng“ bedeutet z.B. 50 % Stornokosten bei Stornierung vor 7 Tage vor Anreise, danach 100 %.
  15. Theoretisch sind sogar Stornierungen von aufrechten Buchungen durch den Gastgeber möglich. Airbnb hat sich aber ein paar „Strafen“ dafür einfallen lassen: Im Inserat erscheint eine automatisch erstellte Bewertung mit dem Hinweis, dass Sie eine Buchung storniert haben (Empfehlung: auf diese automatisch erstellte Bewertung antworten, um der Gemeinschaft zu erklären, warum storniert musste); bei wiederholten Stornierungen durch den Gastgeber werden sogar Gebühren fällig (50 $).
  16. Der Geldfluss läuft über Airbnb, dass heißt, der buchende Gast muss bei Airbnb seine Zahlungsinformationen hinterlegen, bevor er Kontakt mit dem Vermieter aufnehmen kann. Der Vermieter erhält das Geld also von Airbnb, die 3% Servicegebühr werden direkt einbehalten. Dass heißt, auch der Vermieter sollte seine Bankverbindung (IBAN) hinterlegen!

Für alle weiteren Fragen stöbern Sie einfach in den Hilfe-Seiten von Airbnb.

Die Anlage eines Profils und das Erstellen einer Unterkunftsanzeige auf Airbnb erkläre ich in diesem Beitrag auf eCoach.at.

6 Gedanken zu „Airbnb als Buchungsplattform (I)“

  1. Bevor man alle diese nützlichen Punkte in Angriff nimmt sollte sich jeder, der Vermieten möchte auch sicherstellen ob dies 1. Erlaubt ist und 2. welche Rechte/Pflichten mit dem Inserat einhergehen. Damit man auf der sicheren Seite ist. http://goo.gl/lihv7k

    1. Hallo Benjamin, ich bin kein Jurist, drum eine Antwort unter Vorbehalt: nein. Es entstehen bei einer Buchung 2 Verträge, einer zwischen Gast und Unterkunft und einer zwischen Airbnb und Gast. Natürlich könnte eine Unterkunft in seinen Texten auf Airbnb und in einem Angebot immer auf die AGBH verweisen, jedoch umfasst der Vertrag zwischen Airbnb und dem Gast die Regelungen zum Stornieren der Buchung. Und wenn Airbnb nicht bereit ist, individuelle Stornoregeln zuzulassen (habe nirgends eine solche Option gefunden) dann gilt eine der 4 Standardregeln (flexible, moderat, streng oder sehr streng). https://www.airbnb.at/home/cancellation_policies#moderate

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